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Uuuuuh, was hatte ich ein schlechtes Gewissen, als ich „Er ist wieder da“ von Timur Vermes gelesen hab. Da SIND aber auch echt ein paar Stellen drin, bei denen man lächelt, laut lacht, gehässig loslacht… und sich fast heimlich umdreht und guckt, ob einen niemand dabei beobachtet hat.

Die Story: Im Berlin der Jetzt-Zeit wacht Adolf Hitler plötzlich auf und merkt, dass der Krieg vorbei ist und alles ganz anders ist, als er es sich gedacht hat. Doof, dass ausgerechnet der erste, der ihm hilft, ein türkischer Kioskbesitzer ist. Und während alle um ihn herum glauben, dass dieser Typ mit Hitler-Bart ein verdammt guter Komiker ist, macht sich Hitler dran, wieder zu alter Form zu kommen.

Spätestens seit „Er ist wieder da“ hat sich die Frage „Darf man über Hitler lachen?“ erledigt. Man darf. In diesem Falle muss man sogar. Denn die Verfilmung des Buches ist gerade im Kino angelaufen. Der Regisseur hat dabei Spiel-Szenen mit Doku-Szenen vermischt – und spätestens die Doku-Szenen zeigen, wie interessant Hitler immer noch ist. Man nimmt ihn nicht nur wahr, sondern schüttet ihm sein Herz aus. Dass das „normale“ Leute von nebenan tun, schmerzt im Jahr 2015.

Passend zum Kinostart ist jetzt die erweiterte Studienausgabe erschienen. Darin gibt es natürlich den Roman, aber auch verschiedene Interviews, u. a. mit einem israelischen Verleger, Auszüge aus „Mein Kampf“, einen sehr bizarren südkoreanischen Comic, und Bilder aus dem Film. Ein rundes Werk mit schönen und spannenden Ergänzungen.

Begeistert hat mich übrigens auch das Layout: Denn während das „normale“ Buch weiß gehalten ist, hat die erweiterte Ausgabe ein schwarzes Cover. Ein echter Hingucker.

Foto: Bastei Lübbe

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