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Seit ein paar Wochen lächelt mich das Teaser-Bild an. „Bosch“ ist eine Amazon-Serie, die sich um einen Polizisten in L.A. dreht. Laaaaangweilig, könnte man denken. Ich eigentlich auch. Denn Polizei-Serien gibt es ja nun echt wie Sand am Meer. Egal ob die guten alten „Chips“, „Cagney & Lacey“ oder auch die modernen Serien der 2000er, wie „The Shield“ oder die „Law & Order“-Reihe. Und selbst für Comedy-Fans ist mit Serien wie „Castle“ was dabei. Eigentlich ist der Markt also übersättigt.

Eigentlich.

Denn „Bosch“ hebt sich in meinen Augen von den anderen Sachen, die im Fernsehen laufen, deutlich ab. Da ist der Protagonist, der eigentlich ein guter Kerl sein will, aber häufig an der Realität scheitert… nicht so, dass es tragisch ist, aber zumindest so, dass man ihm wünscht, eine kleine Fee käme vorbei und würde etwas Glitzerstaub über ihm verteilen. Harry Bosch ist geschieden, seine Frau und seine Tochter leben beim neuen Mann, der auch noch nett ist. Zu seinen Kollegen hat er ein gutes Verhältnis. Allerdings ist er bei seinen Untersuchungen oft etwas unkonventionell. Nein, nix mit übertriebener Gewaltausübung, aber zumindest mit einer weiten Auslegung der Richtlinien. Das bringt ihm nicht unbedingt Freunde ein.

Irgendwie schwebt Bosch so durch die Gegend, immer auf der richtigen Spur, mit dem guten Gespür für die richtige Gesprächsführung mit Zeugen und Verdächtigen. Er ist nicht laut oder aufgeregt, aber straight.

Die Stimmung der ganzen Serie geht damit einher: Langsame, ruhige Bilder von L.A. aus verschiedenen Blickwinkeln. Dazu ein leichter Jazz-Sound, der die Titelmelodie übernimmt. Titus Welliver spielt den Titelhelden sehr unaufgeregt und klar. Manchmal würde ich gern den inneren Monolog hören, dem man der Figur immer mal wieder ansieht.

Ein echtes Prunkstück unter den Polizei-Serien.

Die erste Staffel läuft auf Amazon Instant Video. Eine zweite Staffel ist bereits bestellt.

(Und übrigens: Ich hab die deutschen Polizei-Serien bewusst rausgelassen. Ich kenne keine, die mir wirklich gefällt. Und den „Tatort“ halte ich für überschätzt.)

Foto: Amazon

Foto: Amazon

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