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… das war mein erster Gedanke, als ich den Klappentext zu Arto Paasilinna’s Buch „Der heulende Müller“ las. Ich bin vor einigen Jahren das erste Mal in Kontakt mit seinen Büchern gekommen, als mir „Der Sohn des Donnergotts“ in die Hände fiel. Und seitdem bin ich dem Finnen verfallen (gilt das schon als Bewerbung als Bauchbinden-Beschrifter bei „Schwiegertochter gesucht“?).

In „Der heulende Müller“ geht es um einen Einsiedler, der nach dem Krieg in einem finnischen Einöde-Dorf auftaucht und die alte Mühle übernimmt.

Irgendjemand hatte ihn gefragt, warum er in den Norden gezogen sei. Darauf hatte der Müller erwidert, ihm sei im Süden die Mühle abgebrannt, und dabei sei auch seine Frau ums Leben gekommen. Die Versicherung hatte ihm keine von beiden ersetzt.

Und in diesen Paasilinna’esken Stil geht es weiter: Der Müller ist manchmal komisch drauf, behandelt seine Kunden mürrisch, und an ganz schlechten Tagen verkriecht er sich im Wald und heult.

Das ist den meisten Dorfbewohnern entsprechend suspekt, deswegen setzen sie alles dran, ihn zu finden und wegzusperren. Doch Paasilinna’s Protagonisten (Mist! Noch mehr Alliteration) wären nichts ohne die vielen Freunde, die sich irgendwo am Rande der Geschichte bewegen und dem Müller helfen.

Ich. steh. auf. Paasilinna. Ich glaub ja, außer mir kennt den keiner meiner Freunde. Ich liebe seine Art zu schreiben, wie er die Charakter spröde, verquer, aber dennoch sympatisch erscheinen lässt. Dazu kommt ein Handlungsstrang, den sich sonst nur ein Drehbuchautor von „Sharknado 1-63“ ausdenken könnte: verrückt, mit absurden Wendungen, aber irgendwie geht’s immer gut aus.

Wer Arto Paasilinna nicht kennt: Lesen! Humor ist natürlich immer sehr subjektiv, aber wer Literatur abseits der two-line jokes mag, ist bei ihm richtig aufgehoben.

Foto: privat

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