Schlagwörter

,

Jetzt ist sie also endlich erschienen: Die Nachfolge-Serie zu „Full House“. Wer in den 80er und 90er Jahren großgeworden ist, der ist irgendwann (wenn auch nur beim Zappen) dort hängengeblieben. Bei Onkel Jesse, D.J. und Joey gab es immer Chaos, und auch immer was zu Lachen. Die Darsteller von damals sind auch heute noch gefragte Schauspieler oder It-Girls (die Olsen-Zwillinge haben ein ganzes Mode-Imperium aufgebaut). Und jetzt kommen sie nostalgisch alle wieder auf Netflix zusammen, in einem Setting, das dem von vor 20 Jahren wie ein Spiegelbild gleicht:

D.J. Tanner, die älteste Tochter der alten Serie, hat mittlerweile drei Söhne, ist aber nach dem Tod ihres Mannes alleinerziehende Mutter. Um sie dabei zu unterstützen, ziehen ihre Schwester Stephanie und ihre beste Freundin Kimmy (samt Tochter) bei ihr ein. Ab und zu schauen mal Vater Danny, Onkel Jesse oder der ehemaliger Schnorrer-Mitbewohner Joey vorbei. 

Und ZACK! …ist man wieder mittendrin. In den 90ern. Was für ein heimeliges Gefühl. Es ist ein bißchen so, als wäre man in einem Museum voll mit Möbeln, die mal bei der Oma standen. Niemand würde sich heute noch so einrichten, aber wenn man mal da ist, will man sich sofort auf der gemütlichen Couch fläzen. 

Es ist schön, die alten Gesichter zu sehen. Und auch die neuen machen Spaß (ok – nur den mittleren Sohn kann ich nicht leiden. Was für eine Nervnüse!) – allen voran Fernando, der argentinisch-lispelnde Noch-Ehemann von Kimmy. Definitiv mein neuer Lieblings-Charakter. 

Und ich mag, wie die Schauspieler sich und die Serie selbst auf den Arm nehmen:

Kimmy: Ist es nicht irgendwie traurig, dass man die alte Besetzung für eine lahme Reunion-Show hervorkramt?

Danny: Nicht, wenn die Sendung von allen geliebt wurde und die Stars ganz populäre kulturelle Ikonen sind. 

Herrlich! 
Oder wenn mit einem Augenzwinkern die Vierte Wand durchbrochen wird, um dem Zuschauer zu erklären, warum der Charakter der Michelle nicht dabei ist. 

Endlich sind die Meister des Overacting zurück. Die Helden der dramatischen Pausen für den Applaus des Studiopublikums. Ich bin wieder in der Pubertät, als ich für Onkel Jesse schwärmte (damals fand ich sogar seine Nackenmatte toll! Ich bitte um Absolution). Und ich habe den spontanen Wunsch, irgendjemanden zu umarmen. 

Jesse: Wir haben uns dauernd umarmt in den 80ern.

  
Foto: Michael Yarish / Netflix

Advertisements