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Die Sklaverei ist noch nicht so lange abgeschafft, als dass sich keiner mehr an sie erinnert – und die Weltwirtschaftskrise ist noch nicht ausgebrochen, wirft aber ihre Schatten voraus. In dieser Zeit des Umbruchs hat Deb Spera ihr Buch „Alligatoren“ angesetzt.

Drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, treffen durch eine Verästelung des Schicksals aufeinander: Gertrude, mit vier Kindern und einem Säufer und Schläger als Mann; Annie, die Plantagenbesitzerin, die eins ihrer Kinder verloren hat; und Oretta, die schwarze Haushälterin, die als erste in ihrer Familie nicht als Sklavin geboren wurde.

Enttäuscht und desillusioniert existieren sie vor sich hin, überleben mehr als dass sie leben. Aber gleichzeitig sind sie auch willensstark und bereit, für ihre Kinder alles zu geben und nicht den Kopf in den Sand zu stecken:

Du musst das Licht finden. Ein Loch kann dich beschützen, aber du kannst nicht ewig in so einem Loch bleiben. Was dunkel ist, muss ans Licht kommen. Jeder Mensch braucht die Sonne.

Die Besonderheit des Buches liegt darin, zu zeigen, dass Probleme gesellschaftsübergreifend sind und es am Ende egal ist, ob man reich oder arm ist. Das Schicksal trifft jeden unabhängig von seiner Zugehörigkeit und schert sich einen Dreck darum, wer den größeren Puffer zum Auffangen hat.

Immer wieder hatte ich beim Lesen Momente, in denen man die Figuren am liebsten schütteln würde, um sie früher als geplant in die richtige Richtung zu schubsen. Aber das Geflecht spinnt und entspinnt sich langsam und offenbart die Stärke der Charaktere.

Foto: privat

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