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Barbara. Ein schlimmer Name. Ich assoziiere damit immer eine Frau in den 50ern mit braunen, lockigen Haaren (die keiner stylischen Ordnung folgen) und einer dunklen Hornbrille (aber nicht eine von der nerdig-coolen Art!). Ob die Barbara, die guerillia-mäßig Zettel- und Plakatbotschaften in den Städten verteilt, genauso aussieht, mag ich nicht sagen – denn: Niemand weiß, wie sie aussieht. Barbara ist geheimnisvoll, ihre Botschaften sind aber so klar, dass sie einen treffen – entweder ins Herz oder ins Humorzentrum. Oder aber: an einer persönlichen, verwundbaren Stelle.

Das erste Mal aufgefallen ist sie mir, als ich ein Foto von einem ihrer Zettel auf facebook gesehen hab: Auf einem Stromkasten stand unter dem üblichen „Bekleben verboten“ das schelmische „Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle“. So einfach, so banal – und doch so wundervoll. Kein Wunder, dass es diese Aktion auf den Titel ihres ersten Buches gebracht hat.

Jetzt ist Buch Nr. 2 erschienen: „Hass ist krass – Liebe ist krasser“.

Hier hat sie sich, so scheint mir, vor allem Pegida, AfD und Co. vorgenommen. Mit deutlichen Worten macht sie klar, was sie von dieser Art der angeblichen „demokratischen Meinungsäußerung“ hält:

2000 Jahre lang war die Volksfront von Judäa die jämmerlichste Bürgerbewegung der Welt. Doch dann kam Pegida.

Barbara bringt es auf den Punkt. Ihre Botschaften sind klar, kurz und stimmig. Sie sind eine feine, moralische Nadel an der richtigen Stelle. Und sie machen auch einfach mal Spaß.

 

Foto: Lübbe

Foto: Lübbe

 

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